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Im Abschlussdokument der Rio-Konferenz — der von rund 180 Staaten dieser Welt unterzeichneten „Agenda 21“ (UNCED 1992) — wurden zwei Stränge internationaler Politik endgültig zusammengebracht, die zwar schon im Bericht „Our common Future“ der Brundtland-Kommission (WCED 1987) verknüpft wurden, aber hier eine noch deutlichere Ausprägung erhielten. Es handelt sich um die Verbindung zwischen ökologischen Notwendigkeiten und entwicklungspolitischen Einsichten. Aus der entwicklungspolitischen Debatte heraus plädierte man für die Prosperität der Wirtschaft und eine Verbesserung der Lebenschancen in den so genannten Entwicklungsländern. In ihr kamen Aspekte der verteilenden, sozialen und politischen Gerechtigkeit zum Ausdruck: Armut, Mängel im Bildungssystem, ungesunde Lebensverhältnisse, politische Unterdrückung und desolate Arbeitsverhältnisse sowie Übervorteilung der Entwicklungsländer in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen wurden in diesem Kontext kritisiert. Aus der Umweltdebatte heraus wurde für eine verstärkte ökologische Chancengleichheit sowie für ökologische Menschen- und Gestaltungsrechte plädiert. Die Ausbeutung endlicher Ressourcen, der Eintrag von Umweltgiften, die Zerstörung von Biozönosen, aber auch das exponentielle Wachstum der Weltbevölkerung wurden in ihren Wirkungen auf das gesamte Ökosystem und die Lebensmöglichkeiten der Menschen analysiert und als bedrohend wahrgenommen. Mit dem Diskurs über die nachhaltige Entwicklung wurden die entwicklungspolitischen und die ökologischen Einsichten und Zielsetzungen zusammengefügt: Wirtschaftliche Prosperität und das Erfordernis, den Naturhaushalt nicht zu überlasten, sozial gerechtere Verhältnisse zu schaffen — dieses sollte nun zusammen gedacht und verwirklicht werden.