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Familien bzw. die sinkenden Geburtenraten erregen in Deutschland zunehmend offentliche Aufmerksamkeit. Analyse und Diskussion von Zusammenhangen zwischen Familienentwicklung und den politisch-institutionell zu gestaltenden Moglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf fur beide Partner sind dabei jedoch vergleichsweise selten. Dies mag darauf zuruckzufuhren sein, dass in Deutschland die Forderung der Erwerbsbeteiligung von Frauen bzw. Muttern als mogliche familienpolitische Problemlosung im Widerspruch zu Traditionen der Problemlosung von Arbeitsmarktkrisen steht. Eine der zentralen Strategien deutscher Arbeitsmarktpolitik war und ist die Verringerung der Erwerbsbeteiligung – und dazu gehoren imDiese kommt einerseits durch den Mehrbedarf von Kindern zustande sowie andererseits durch die reduzierte Arbeitsmarktteilhabe von Eltern im Vergleich zu Kinderlosen. Neben Alleinerziehenden sind – bislang kaum diskutiert – insbesondere auch Alleinverdienerhaushalte mit Kindern von einer Prekarisierung der Einkommenssituation bedroht. Insbesondere mit Kindern uber 13 Jahren verfugen entsprechende Haushalte uber nur wenig mehr als die Halfte des bedarfsgewichteten1 Nettoeinkommens kinderloser Zweiverdienerhaushalte. Sind beide Elternteile erwerbstatig, ist dagegen die entsprechende Einkommensdifferenz deutlich geringer (Tabelle 1). Vor diesem Hintergrund erscheint der Familienlastenausgleich in Deutschland Mitte der 90er Jahre problematisch. Die steuerliche „Aufstockung“ des Ernahrerlohns einschlieslich der kinderbezogenen finanziellen Begunstigungen und Entlastungen sind eindeutig zu gering bemessen, um den erhohten Bedarf fur Kinder zu decken und den Verlust eines zweiten Einkommens zu kompensieren. Insbesondere die Eltern, die dem regulativen Leitbild der deutschen Sozialund Familienpolitik folgen und das Ernahrermodell wahlen, sind damit potenziell von relativer Einkom-