Search for a command to run...
Das Eckpunktepapier aus dem Jahr 2007 hat wichtige Rahmenbedingungen und Ziele definiert, die als Grundlage für Strukturanforderungen und die notfallmedizinische Planung dienten. Die steigenden Anforderungen an die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung machen es erforderlich, das Eckpunktepapier 2007 zu aktualisieren und zu erweitern. Das Ergebnis der Überarbeitung wird in diesem Artikel präsentiert. Der Entwurf für das neue Eckpunktepapier wurde auf einem Symposium mit Vertretern der an der notfallmedizinischen Versorgung beteiligten Fachgesellschaften/Institutionen/Organisationen ausgearbeitet und in einer Plenumsitzung vorgestellt. Zur exakten Begriffsbestimmung wurde ein Glossar erstellt. In einem zweistufigen Konsensusverfahren wurden alle Dokumente in einem Umlaufverfahren überarbeitet und endgültig zur Abstimmung gebracht. Am Konsensus zum Eckpunktepapier beteiligten sich insgesamt 30 Fachgesellschaften/Institutionen/Organisationen. Die Zustimmungsrate entspricht mit 96,7 % einem starken Konsensus. Das „Eckpunktepapier 2016“ enthält nun Empfehlungen zur notfallmedizinischen Strukturplanung und zum notfallmedizinischen Vorgehen gemäß den geltenden Leitlinien und Anforderungen an die geeignete Zielklinik. Zusätzlich zu den bisherigen Tracerdiagnosen Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Schwerverletzte/Polytrauma und ST-Hebungsinfarkt wurden in die Überarbeitung Empfehlungen zum plötzlichen Kreislaufstillstand und zur Sepsis aufgenommen. Betrachtet wurden jeweils die Prozessqualität der Rettungsleitstelle, Anforderungen für Diagnostik und Therapie durch Notarzt und Rettungsdienst, Einsatztaktik und Zeitmanagement, die klinische Erstversorgung in einem geeigneten Krankenhaus sowie Instrumente des Qualitätsmanagements. Zusätzlich sind die Besonderheiten bei der Versorgung pädiatrischer Patienten aufgeführt. Außerdem enthält das Papier Kernempfehlungen zum ersten Glied der Rettungskette (Risikoaufklärung, Erste Hilfe und Notruf). Das „Eckpunktpapier 2016“ berücksichtigt somit die gesamte notfallmedizinische Prozesskette vom Eintritt des Notfalls und dem Notrufeingang in der Rettungsleitstelle über die notärztliche/rettungsdienstliche Versorgung bis zur Weiterbehandlung im Krankenhaus und dient damit als Leitfaden für die integrierte Bedarfsplanung einer erreichbarkeitsorientierten Notfallversorgung.
Published in: Notfall + Rettungsmedizin
Volume 19, Issue 5, pp. 387-395