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Wir setzen gewohnlich voraus, das es zwei Welten gibt: die Welt der Natur und die Welt der Geschichte. In der einen weis sich der Mensch mehr oder minder fremd, weil sie ohne ihn, von Natur aus, ist; mit der andern mehr oder minder vertraut, weil sie eine von ihm hervorgebrachte, menschliche Welt ist. In beiden Welten geschieht etwas, aber das Naturgeschehen scheint in die menschliche Welt zumeist nur herein, sofern es kulturfordernd und -hemmend ist. Wir fragen darum auch nicht nach dem Sinn der Natur, sondern nur nach dem Sinn der Geschichte. Der Mensch wird zwar immer wieder von seiner eigenen Welt und Geschichte wie von etwas Fremdem und Sinnfremdem uberwaltigt; was ihn dabei uberwaltigt, ist aber doch ein Geschehen, das auf dem Handeln des Menschen beruht. Diese Unnatur des geschichtlichen Geschehens gehort zur »Natur« des Menschen. Je kunstlicher, kultivierter und zivilisierter unsere Zustande sind, desto mehr verlangen wir zuruck zur Natur. Das seit Rousseau vernehmliche »Unbehagen in der Kultur« und die Flucht zur Natur bestatigt nur, das wir kultur-geschichtlich existieren und der Natur entfremdet sind.