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19. April 1980: Spontan begleiten 50000 Menschen S.s Sarg zum Friedhof Montparnasse. Wochenlang beschäftigen sich Presse, Rundfunk und Fernsehen in Frankreich mit seinem Leben und Werk. Man nimmt Abschied von einer Epoche, die durch S.s Denken und Engagement geprägt war. »Schon jetzt fehlt uns seine Wachsamkeit«, schreibt eine Zeitung. Der entscheidende Impuls für S. und seine Generation, deren Kindheit vom Ersten Weltkrieg bestimmt war, ist das Unbehagen am herrschenden Neukantianismus, den S. als »Verdauungsphilosophie« bezeichnet: Die konkrete historische Welt wird von dieser Philosophie geschluckt und als abstrakter Begriff wieder ausgespuckt. Dagegen sucht diese Generation nach einem Denken, das weder die Sinnlichkeit und Tragik menschlicher Existenz noch das erdrükkende Gewicht historischer Ereignisse und gesellschaftlicher Zustände in seiner Begrifflichkeit eskamotiert.