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Friedrich Schlegels Karriere begann und endete in einem Deutschland, das in zahlreiche (um 1790 ca. 300) souveräne Staaten und Fürstentümer zerspalten war. Abgesehen von den wenigen Ausnahmen, wo landständische Verfassungen überlebt hatten und die Stände alte Rechte verteidigten (wie z. B. in Württemberg), erlaubte die herrschende Regierungsform, der Absolutismus, den Untertanen keinerlei Mitbestimmung in der Regierung des Landes, auch nicht, wo die Herrscher aufgeklärt waren (wie in Preußen) und Reformen einleiteten, die das Los der Bevölkerung erleichtern sollten. Die Politik war das ausschließliche Privileg der Fürsten, die ihre Ratgeber, meist Adlige, ihren Interessen entsprechend wählten. Im Widerspruch zu der Fürstenherrschaft, die von der Kirche gestützt wurde, stand die ökonomische Entwicklung, d. h. die wachsende Bedeutung von Industrie und Handel. Wie in England und Frankreich erstarkte im Zuge dieser Entwicklung auch in Deutschland das Bürgertum, anders als in England und Frankreich aber verhinderte die Vielstaaterei, daß dieses Bürgertum auch in Deutschland zu einer Macht heranwuchs, die sich politisch hätte emanzipieren können.