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Nach dem Erfolg von Die Ordnung der Dinge hatte Jean Hyppolite, Philosophiehistoriker und Lehrer Foucaults, begonnen, sich für eine Berufung Michel Foucaults an das Collège de France einzusetzen. Nach Hyppolites Tod im Jahre 1968 setzten der Religionswissenschaftler Georges Dumézil und der Philosoph Jules Vuillemin diese Unterstützung fort. Dem traditionellen Ablauf gehorchend, schlug Vuillemin zunächst die Schaffung eines Lehrstuhls für die »Geschichte der Systeme des Denkens« vor. Als dieser sich in einem zweiten Wahlgang durchgesetzt hatte, war die Entscheidung gefallen: Nicht Paul Ricœurfür den ein Lehrstuhl für »Philosophie des Handelns« vorgeschlagen worden war — oder Yvon Belaval (»Geschichte des rationalen Denkens«), sondern Michel Foucault würde seinem Lehrer Hyppolite als zweiter Lehrstuhlinhaber für Philosophie am Collège de France folgen. Die Tatsache der erfolgreichen Berufung konnte jedoch kaum verbergen, wie umstritten diese Wahl quer durch alle beteiligten Gremien war: Sowohl in der Vollversammlung des Collège als auch in der konsultativen Abstimmung der Académie des sciences morales et politiques dokumentierten weite Kreise ihre Ablehnung des Kandidaten mit der »schwefligen Reputation« (Eribon 1991, 303).