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In der Forschungssynopse wird das vielfältige Beziehungsgeflecht zwischen professionellem Journalismus sowie partizipativen und algorithmischen Anbietern und Anwendungen im Internet resümiert. Dem Journalismus erwächst derzeit im Bereich der Nachrichtenproduktion weder aus den Aktivitäten von Amateuren noch aus der Automatisierung öffentlicher Kommunikation eine ernsthafte Konkurrenz. Weitaus wichtiger sind die komplementären und integrativen Beziehungen, die Redaktionen vor allem mit Hilfe sozialer Medien zu Quellen und Publikum unterhalten. Darüber gerät der Journalismus allerdings in Abhängigkeit von Intermediären wie Facebook und Google (z. B. beim Gewinnen von Nutzern), die zudem auf dem Werbemarkt zu einer übermächtigen Konkurrenz geworden sind. Neben der ökonomischen Krise des professionellen Journalismus, die evident ist, wird auch eine Identitätskrise („Entgrenzung“) und Qualitätskrise („Lügenpresse“) diagnostiziert. Der Journalismus muss sich der Herausforderung stellen, indem er seine Rolle in der Netzwerköffentlichkeit neu bestimmt und dafür das technische Potenzial des Internets innovativ ausschöpft. Der Wandel ist auch eine Herausforderung für die Journalismusforschung. Um sie zu bewältigen, wird hier eine Theorie der dynamischen und integrierten Netzwerköffentlichkeit vorgeschlagen, die Relationen, Rollen und Kontexte betont.