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Zusammenfassung Hintergrund Die Weitergabe von Informationen in einer stressbesetzten, hoch dynamischen Arbeitsumgebung wie der zentralen Notaufnahme (ZNA) stellt eine Risikoquelle für die Entstehung von Behandlungsfehlern dar und ist somit mortalitätsbeeinflussend. Ziel der Arbeit In der Arbeit wird untersucht, welchen Stellenwert dem Übergabeprozess durch die beteiligten Berufsgruppen beigemessen wird und welche strukturellen Merkmale bzw. Rahmenbedingungen dem Übergabeprozess von diesen zugeschrieben werden. Material und Methoden Bei der vorliegenden Studie handelte es sich um eine anonyme, freiwillige, webbasierte (Online‑)Umfrage, die mittels eines strukturierten elektronischen Fragebogens durchgeführt wurde. Ergebnisse Insgesamt haben 2728 Teilnehmer an der Onlineumfrage teilgenommen. Nahezu alle Teilnehmer-/innen benennen die Übergabe als outcomerelevanten Parameter für die Patienten, allerdings sehen 3 von 4 Teilnehmern den Übergabeprozess als verbesserungswürdig an. Bei der Selbsteinschätzung meinen 4 von 5 Teilnehmer-/innen, die Übergabe zu beherrschen. Es lässt sich unter den Teilnehmern kein favorisiertes Übergabeschema erkennen, die Mehrheit benutzt entweder ein eigenes oder gar kein Übergabeschema. Eine hohe Übereinstimmung zwischen Rettungsdienst und ZNA-Mitarbeitern liegt in Bezug auf Kerninhalte und Rahmenbedingungen der Übergabe vor. Mit großer Mehrheit zeigt sich der Wunsch nach einem einheitlichen Übergabeschema sowie nach Integrierung in Aus- und Fortbildungskonzepte. Diskussion Als Konsequenz der Umfrage sollte zügig auf nationaler Ebene mit allen an der Übergabe beteiligten Strukturen ein standardisiertes Übergabeverfahren etabliert werden. Die Bereitstellung entsprechender finanzieller und personeller Ressourcen für die Umsetzung dieses gesundheitspolitischen Ziels ist allerdings Voraussetzung.
Published in: Notfall + Rettungsmedizin
Volume 24, Issue 3, pp. 211-222