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Zusammenfassung In einem programmatischen Text von 1970 bringt Daniel Buren die Ambivalenz der Institutionenkritik auf den Punkt: „Dieser Kontext gilt als neutral, weil man nicht an ihn denkt; und doch löst sich jedes Werk als Werk in nichts auf, wenn es ohne ihn erscheint, also zeitlos und unbegrenzt, ja rein und neutral ist.“ Die Rahmungen oder Institutionen, in denen künstlerische Arbeiten erscheinen, sind alles andere als neutral, sie sind aber auch nicht einfach Verzerrungen künstlerischer Gestaltungen, die ohne sie (je nach Vorliebe) besser, reiner, authentischer, kritischer wären. Sich von ihnen vollständig zu befreien, liefe auf eine Auflösung der Sache heraus, auf die Unmöglichkeit, überhaupt noch etwas als Kunst zu produzieren oder zu rezipieren. Wenn es aber keine reine, rahmen- und institutionslose Kunst gibt, kann ihre Institutionen kritisieren nur bedeuten, sie umzubauen. Eine Voraussetzung dafür ist es, sie erst einmal künstlerisch sichtbar zu machen – ohne dass vorweg klar wäre, welcher Art diese Sichtbarkeit sein könnte, und ohne dass es irgendeine Garantie dafür gäbe, dass sie zu tatsächlichen Veränderungen führt.