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Eine geriatrische Rehabilitation mit ihrem ganzheitlichen, interdisziplinären Therapieansatz zielt darauf ab, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu bewahren, indem sowohl kognitive als auch motorische Funktionen gezielt gestärkt, erhalten oder wiederhergestellt werden. Um eine nachhaltige Ergebnissicherung in der sektorenübergreifenden Versorgung zu gewährleisten und zunehmenden Versorgungslücken entgegenzuwirken, können digitale Bewegungstherapieprogramme einen entscheidenden, niederschwelligen Beitrag leisten. Aktuell werden diese Angebote vorrangig von jüngeren Menschen genutzt, wobei besonders ältere Patient*innen oft nur mit erheblichem Mehraufwand eine physiotherapeutische Praxis aufsuchen oder – gerade im ländlichen Raum – nicht im Hausbesuch betreut werden können. Um auch für diese Zielgruppe eine Zugangsmöglichkeit zu orts- und zeitunabhängiger Bewegungstherapie zu schaffen, wurde in der stationären geriatrischen Rehabilitation ein digitales Bewegungstherapieprogramm implementiert und mit Reha-Patient*innen erprobt. Ziel der begleitenden Machbarkeitsstudie war es, die Anwendbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz der digitalen Therapieanwendung Physitrack zu untersuchen. Allen Teilnehmenden wurden individuelle Übungen aus den Bereichen Kraft, Mobilität und/oder Gleichgewicht während der Reha sowie für weitere 6 Wochen in der Häuslichkeit zur Verfügung gestellt. Die Studienergebnisse zeigen, dass das Angebot grundsätzlich für geriatrische Reha-Patient*innen geeignet ist, sofern individuelle und funktionelle Fähigkeiten sowie eine intensive Einschulung berücksichtigt werden. Auch wenn eine flächendeckende Anwendung derzeit noch nicht empfohlen wird, kann ein gezielter Einsatz bei ausgewählten geriatrischen Patient*innen eine bedarfsgerechte Versorgung und Nachsorge unterstützen. Der vorliegende Praxisartikel stellt die Studienergebnisse dar und geht auf praktische Hinweise zur Implementierung eines solchen Programms für Sport-, Bewegungs- und Physiotherapeut*innen ein.
Published in: B&G Bewegungstherapie und Gesundheitssport
Volume 41, Issue 06, pp. 296-302
DOI: 10.1055/a-2717-7093