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In den vergangenen zwei Dekaden hat sich das Personal an deutschen Ganztagsschulen quantitativ und qualitativ stark verändert (Tillmann, 2020). Das schulische Handlungsfeld ist mittlerweile zu einer multiprofessionellen Arena geworden (Rother et al., 2021). Nicht nur Lehrkräfte sind involviert, sondern auch das sogenannte weitere pädagogisch tätige Personal (wptP), das sich aus Akteur:innen mit zum Teil sehr verschiedenen pädagogischen Qualifikationen und Expertisen zusammensetzt. Auch Akteur:innen ohne eine formal anerkannte pädagogische Ausbildung wirken mit, die sogenannten pädagogischen Lai:innen (Steiner, 2013). Der Fachdiskurs befasst sich bislang kaum mit den pädagogischen Lai:innen. Zudem ist mit Blick auf diese spezifische Statusgruppe eine geringe Forschungsaktivität zu konstatieren. Die Forschung zur Gesamtsituation pädagogischer Lai:innen, ihrer Einbindung in die Organisation Schule und ihren pädagogischen Orientierungen sind immer noch ein empfindliches Desiderat. Das übergeordnete Anliegen des Forschungsprojekts LAKTAT ist es, die Relevanz von pädagogischen Lai:innen an Ganztagsschulen sowie ihre organisationale Eingebundenheit und pädagogischen Orientierungen zu analysieren und erste Elemente einer explorativen Theorie zur „pädagogischen Laisierung der Ganztagsschule“ zu formulieren. Nicht nur wegen des Fachkräftemangels muss in diesem Bereich die Frage der Qualifizierung gestellt, empirisch reflektiert und auch in bildungs- und professionspolitischen Diskursen weiter bearbeitet werden. Das Forschungsvorhaben wurde in einem Mixed-Methods-Design realisiert, welches sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden zusammenführt und bei Danner et. al (2023) ausführlich beschrieben worden ist. Es gibt drei Teilstudien mit Fokus auf die Ebenen System (A), Organisation (B) und Akteur:innen (C). Die Daten wurden in drei verschiedenen Gebietskörperschaften in Niedersachsen (zwei Landkreise, eine Großstadt) erhoben. In Teilstudie A lag der Schwerpunkt auf einer Bestandsaufnahme des pädagogisch tätigen Personals an Ganztagsschulen. Hierfür wurde ein Online-Fragebogen eingesetzt, um aktuelle und umfassende Daten zur Situation der pädagogischen Fachkräfte zu erheben. Ziel war es, einerseits einen systematischen Überblick über die Professionalisierung im Ganztagsbereich zu schaffen. Andererseits hatte diese vorgelagerte Befragung auch eine forschungspraktische Funktion, indem die Ergebnisse der latenten Profilanalyse der quantitativen Daten eine Grundlage für die fundierte Auswahl qualitativer Fallstudien in den Teilstudien B und C lieferten. Die qualitativen transkribierten Interviews und Netzwerkkarten der Teilstudie B und C sind über das FDZ Bildung vom DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation verfügbar, lassen sich mit den quantitativen Daten aber nicht auf Personenebene verknüpfen. Der Zugriff auf die qualitativen Daten erfolgt über eine Beantragung beim FDZ Bildung (siehe auch weiter Hinweise).