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Zusammenfassung Hintergrund Die akzidentielle Hypothermie bei Schwerverletzten ist mit erhöhtem Transfusionsbedarf und negativem Behandlungsergebnis verbunden. Daher gehören die frühestmögliche Diagnose und zielgerichtete Therapie zu den wichtigen Basismaßnahmen im traumatologischen Schockraum. Methode Mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaften für Unfallchirurgie, Anästhesiologie und Intensivmedizin und Notfallmedizin erfolgte eine Online-Umfrage, in der neben strukturellen Aspekten vor allem lokal übliche Verfahrensweisen abgefragt wurden. Ergebnisse Es konnten 626 komplette Datensätze ausgewertet werden, von denen 57 % von überregionalen Traumazentren kamen. Aus dem ärztlichen Dienst kamen 77 %, aus der Pflege 23 %. Ein standardisiertes Wärmemanagement im Schockraum gaben 16 % an. Bei 92 % wird die Körpertemperatur bei Ankunft im Schockraum gemessen, was überwiegend (91 %) mittels Ohrthermometer und gelegentlich (8 %) über einen Harnblasenkatheter erfolgt. Wärmemaßnahmen werden bei 19 % immer durchgeführt, bei 38 % ab einer Körpertemperatur < 36 °C und bei 31 % ab < 35 °C. Es stehen meist Wärmeschränke (84 %), Infusionswärmesysteme (80 %) und Warmluftgebläse (67 %) zur Verfügung. Heizmatten (25 %) und Heizstrahler (14 %) sind seltener im Einsatz. Zwei Drittel (66 %) gaben an, dass der Schockraum beheizbar ist, wobei CT-Geräte im Schockraum (bei 25 % der Fall) als einschränkender Faktor angeführt wurden. Eine Anpassung des Blutgasanalysegeräts an die aktuelle Körpertemperatur erfolgt bei 29 %. Diskussion Obwohl das Problembewusstsein zur Hypothermie mit Wärmeerhalt im Schockraum vorhanden ist, bieten die vorliegenden Daten Ansatzpunkte für eine weitere Optimierung. Das Wärmemanagement sollte noch weiter in die klinische Routine eingebracht und wissenschaftlich begleitet werden.