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Einer der zentralen Prozesse beim Einbau von Walzasphalt für Verkehrsflächenbefestigungen ist die Verdichtung des noch heißen Asphaltmischguts. Dieser ist erforderlich, um die zunächst locker gelagerte und mit Bitumen und Füller, der sogenannten Mastix, umhüllte Gesteinskörnung zusammenzudrücken und somit den Hohlraumgehalt in der fertigen Schicht zu verringern und die Körner so umzulagern, dass eine verformungsbeständige und dauerhafte Schicht entsteht. Obwohl Konsens darüber besteht, dass die Größe und Verteilung der Hohlräume in einer Asphaltschicht einen Einfluss auf das Gebrauchsverhalten und die Dauerhaftigkeit haben, sind Untersuchungen zur Abhängigkeit dieser Parameter vom Asphaltmischgut und der eingebrachten Verdichtungsenergie bisher nur wenig erfolgt. Eine Möglichkeit der Nutzung von bildgebenden Verfahren ist die Analyse an Asphaltanschliffen, bei der in zufällig gewählten Schnittebenen von Asphaltprobekörpern die Hohlräume mit einem kontrastreichen Epoxidharz verfüllt und im Anschluss bildanalytisch ausgewertet werden. Der große Vorteil der Methode ist, dass neben einem Gesamthohlraumgehalt der Probe auch Parameter der einzelnen Hohlraumobjekte und Verteilungen der Hohlräume innerhalb des Probekörpers ermittelt werden können. Im Rahmen der hier vorliegenden Dissertation wird diese Methode nun auf eine neue Fragestellung angewendet, nämlich die Betrachtung der Entwicklung von Hohlraumgrößen und Tiefenverteilungen im Zusammenhang mit der Asphaltmischgutvariante und der eingebrachten Verdichtungsenergie. Zu diesem Zweck erfolgte die Herstellung von Probeplatten im Walzsektor-Verdichtungsgerät. Bei der Herstellung der Proben wurde der Anteil der kraftgeregelten Verdichtung so variiert, dass sich insgesamt drei Verdichtungsniveaus einstellten, bei denen das höchste bei einem Verdichtungsgrad von etwa 100 % oder darüber lag. Darunter wurden zwei weitere Verdichtungsniveaus hergestellt, die jeweils deutlich zu unterscheiden waren. Je Asphaltmischgut und Verdichtungsgrad wurden aus den Probeplatten acht Anschliffe hergestellt und ausgewertet. Die Entwicklung der Hohlraumgrößen wurde einerseits als absolute Größe statistisch ausgewertet und zudem der Anteil verschiedener Hohlraumgrößenklassen am Gesamthohlraumgehalt bestimmt. Weiterhin erfolgte die Auswertung von Tiefenverteilungen innerhalb der Anschliffe, um mögliche Verlagerungen der Hohlräume während der Verdichtung sichtbar zu machen. Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Methode der Anschliffanalysen auch für diese Fragestellung vollumfänglich anwendbar ist und die gewählte Darstellungsform geeignet ist, um die zum Teil komplexen Zusammenhänge anschaulich darzustellen und zu bewerten. Bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse wurde ersichtlich, dass sowohl die grundsätzliche Verteilung der Hohlraumgrößen in die einzelnen Klassen als auch die Entwicklung der Hohlraumgrößenverteilung während der Verdichtung maßgeblich von der Kornzusammensetzung des Asphaltmischguts abhängig und für jede Asphaltmischgutart typisch ist. Durch die Betrachtung der Tiefenverteilungen konnte deutlich gemacht werden, dass diese deutlich von einer ideal homogenen Verteilung abweichen und diese Abweichungen im Verlauf des Verdichtungsprozesses variieren.