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Die Nachfrage nach Plasma wächst stetig, wodurch Plasmaspenden für eine gesicherte Versorgung unverzichtbar sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage, wie die Zahl der Spenden nachhaltig gesteigert werden kann. Um dies zu adressieren, hat die Europäische Union das Projekt SUPPLY ins Leben gerufen, das darauf abzielt, sowohl neue Spender zu gewinnen als auch bestehende Spender langfristig zu binden – mit besonderem Fokus auf den Einsatz von Anreizen. Im Rahmen des Projekts wurden zwei Studien durchgeführt. Studie 1 liefert einen Überblick über die in verschiedenen Ländern eingesetzten Anreizsysteme, mit Schwerpunkt auf Europa. Die Ergebnisse zeigen, dass ein breites Spektrum an Anreizen genutzt wird, die von eher altruistisch motivierenden bis hin zu stark nicht-altruistischen (finanziellen) Anreizen reichen. Die Analyse zeigt eine Korrelation zwischen finanziellen Aufwandsentschädigungen und der nationalen Selbstversorgung mit Plasma. Studie 2 untersucht die Attraktivität von Anreizen aus Sicht aktueller und potenzieller Spender. Dafür wurde eine Umfrage in vier Ländern (Deutschland, Österreich, Niederlande und Frankreich) durchgeführt und zwischen drei Spendergruppen differenziert (Nicht-Spender, Blutspender, Plasmaspender). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass in Deutschland und Österreich – Länder, in denen eine finanzielle Aufwandentschädigung gewährt wird – eine finanzielle Aufwandsentschädigung klar bevorzugt wird. In Ländern, in denen Spender keine finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten, könnte deren Einführung zwar neue Spender gewinnen, birgt jedoch zugleich das Risiko des Verdrängens bestehender Spender (crowding out). Die Ergebnisse von Studie 2 legen nahe, dass Gesundheitschecks in allen Ländern geschätzt werden und zur Erhöhung der Plasmaspendeintention führen.