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Zusammenfassung Körperbildstörungen stellen ein Kernsymptom von Essstörungen dar. Essstörungen treten häufig in Komorbidität zu anderen psychischen Erkrankungen auf. Therapeutische Ansätze zur gezielten Behandlung des Kernsymptoms der Körperbildstörung sind jedoch wenig erforscht. Es wird eine neu entwickelte modularisierte Körperbildtherapie in der stationären Behandlung von Patient:innen mit Essstörung in Komorbidität zur komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) dargestellt. Die Körperbildtherapie basiert auf der Konzentrativen Bewegungstherapie (KBT). Anhand einer Stichprobe von 19 Patient:innen wurde eine prospektive naturalistische Machbarkeitsstudie zur Evaluation der Körperbildtherapie durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Beeinträchtigung im Körperbild der Patient:innen, die sich im Behandlungsverlauf zwar signifikant bessert, aber zum Behandlungsende weiterhin vorliegt. Zudem ist ein positives Veränderungserleben hinsichtlich des körperbezogenen Erlebens und Verhaltens zum Behandlungsende zu verzeichnen, das sich im Follow-up jedoch nicht mehr findet. Die Befunde zum Stundenerleben in den Körperbildtherapieterminen verdeutlichen, dass die Patient:innen die Stunden der Körperbildtherapie für sich nutzen konnten, obgleich ein eher negatives körperbezogenes Selbsterleben vorlag. Die Ergebnisse werden als erste Hinweise darauf interpretiert, dass ein körperpsychotherapeutisches Konzept der Körperbildtherapie bei diesen Patient:innen mit gravierenden Körperbildbeeinträchtigungen Potenzial hat. Notwendigkeit und Erfordernisse weiterer Evaluationsstudien werden erörtert.