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Die Tabakkontrollpolitik in Deutschland stagniert seit Jahrzehnten. Obwohl die Schädlichkeit des Rauchens und die Wirksamkeit von Präventionsstrategien nachgewiesen sind, zögern politische Entscheidungsträger, umfassende Maßnahmen wie in der Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040 umzusetzen. Während neue Tabak- und Nikotinprodukte wie Tabakerhitzer und E‑Zigaretten immer mehr Verbreitung finden, gibt es keine Agenda, um den Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten wirksam zu reduzieren. Folglich belegte Deutschland auf der Europäischen Tabakkontrollskala im Jahr 2021 einen der letzten Plätze, und die Raucherraten unter Erwachsenen sind nach wie vor hoch. Im Gegensatz dazu haben die Niederlande wirksame Maßnahmen zur Tabakkontrolle eingeführt, darunter ein Monitoring, Schutz vor Passivrauchen, Unterstützung bei der Raucherentwöhnung, Warnhinweise, Werbeverbote und Steuererhöhungen. Infolgedessen ist der Anteil rauchender Erwachsenen von 25,7 % im Jahr 2014 auf 18,2 % im Jahr 2024 gesunken. Internationale Erfahrungen zeigen deutlich, dass eine Agenda, sektorübergreifende Zusammenarbeit sowie die Unterstützung durch die Zivilgesellschaft eine erfolgreiche Tabakkontrolle ermöglichen. Um in Deutschland einen ebensolchen Weg zu beschreiten, braucht es neben einer Agenda und einem verbindlichen Zeitplan den starken politischen Willen, langfristig und unabhängig von Legislaturperioden und tabakindustriespezifischen Interessen ein wirksames Maßnahmenpaket auf den Weg zu bringen.