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Zusammenfassung Suchterkrankte Eltern stehen vor der zweifachen Herausforderung, abstinent zu bleiben und zugleich die Elternrolle adäquat auszuüben. Während in der postakuten Rehabilitation vereinzelt Angebote für diese Zielgruppe existieren, fehlen ambulante, kombinierte Therapieangebote in der Akutbehandlung vollständig. Ziel des Projekts „STAERKE“ war die Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines ambulanten Psychotherapieprogramms, das sowohl suchtmedizinische Inhalte zur Förderung der Abstinenz als auch Elemente zur Stärkung elterlicher Kompetenzen vermittelt. Die Evaluation der Wirksamkeit erfolgte in dieser Ein-Gruppen Prä-Post -Pilotstudie (N=48) online zu sechs Messzeitpunkten während der Therapieteilnahme (Studienbeginn, nach 3, 6, 9, 12, 24 Wochen) sowie zu einer Katamneseerhebung zwölf Wochen nach Ende der Therapieteilnahme zur Erfassung der Symptombelastung während der Teilnahme am „STAERKE“-Therapieprogramm anhand der Selbstbeurteilungsfragebögen Beck Depression Inventar (BDI-II),State and Trait Anxiety Inventory (STAI), Perceived Stress Scale (PSS-10), Mannheimer Craving Scale, (MaCS). Mittels ANOVAS mit Messwiederholungen wurden signifikante Reduktionen der elterlichen Symptombelastung festgestellt: Depressivität ((BDI-II): t0–t5, N=11, p=0,011), Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal ((STAI-T): t0–t5, N=11, p=0,029), subjektives Stresserleben ((PSS-10): t0–t3, N=18, p=0,001), Craving ((MaCS): t0–t3, N=22, p=0,050). Auch kindliche Denkprobleme (p=0,031) und regelverletzendes Verhalten (p=0,014) verbesserten sich signifikant. Geschlechterunterschiede zwischen Müttern und Vätern fanden sich nicht (p=0,951). Trotz vorhandener Limitationen liefert diese Pilotstudie erste Hinweise auf die Wirksamkeit des Therapieprogramms. Zudem scheinen Väter und Mütter gleichermaßen vom „STAERKE“-Therapieprogramm zu profitieren. Limitierend auf die Interpretation der Ergebnisse wirkten sich der der unzureichende Datenrücklauf bedingt durch Einschränkungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sowie das gewählte quasi-experimentelle Studiendesign ohne auswertbare Kontrollgruppe aus. Zur abschließenden Bewertung der therapeutischen Effekte des Programms sind daher weitere, größere randomisierte Studien erforderlich.