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Zusammenfassung Hintergrund Die Expansion des deutschen Glücksspielmarktes in den letzten Jahren ging mit einer deutlichen Zunahme von Werbeaktivitäten seitens der Anbieter einher. Davon ausgehend stehen selbstwahrgenommene Werbewirkungen von aktiv Glücksspielenden im Fokus der vorliegenden Untersuchung. Es werden 3 Dimensionen von Werbewirkungen unterschieden: Effekte auf glücksspielbezogene Einstellungen, Interessen und Verhalten, bewusste Wahrnehmung von Glücksspielwerbung sowie Wissen über Glücksspielformen und -anbieter. Methodik Im Zuge einer Querschnitterhebung nahmen insgesamt 4795 aktuell Glücksspielende eines Online-Panels im Alter von 18 bis 70 Jahren (M = 47 Jahre; 57 % männlich) an einer standardisierten Befragung teil. Ergebnisse Deskriptive Analysen zeigen, dass selbstwahrgenommene Werbewirkungen vom Ausmaß glücksspielbezogener Probleme abhängt: Personen mit einer Glücksspielstörung (≥ 4 DSM-5 [Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen] Kriterien) berichten auf allen 3 Dimensionen deutlich häufiger von Werbewirkungen als Personen mit einem unproblematischen Glücksspielverhalten. Multivariate logistische Regressionen bestätigen diese Befunde. Besonders deutlich fällt der Zusammenhang für Involvierung (d. h. Effekte auf glücksspielbezogene Einstellungen, Interessen und Verhaltensweisen) aus. Unabhängig davon erhöhen das männliche Geschlecht und ein jüngeres Lebensalter die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens glücksspielbezogener Probleme. Schlussfolgerung Aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht besteht Bedarf an Restriktionen in Bezug auf glücksspielbezogene Werbung. Strategien zur Prävention von Gesundheitsschäden sollten in erster Linie Maßnahmen beinhalten, die die Werbeexposition begrenzen und damit insbesondere den Schutz vor Glücksspielgefahren bei Personen mit einer Glücksspielproblematik sowie jungen Menschen verbessern.