Search for a command to run...
Die Studie untersucht die globalen Effekte eines Ausbildungsmoduls zur Förderung der Positionalitätsfähigkeit von Religionslehrkräften im Vorbereitungsdienst in Hamburg. Positionalität – verstanden als die Fähigkeit, die eigene religiöse Haltung im Unterricht transparent und reflektiert einzubringen – ist im religionspädagogischen Diskurs theoretisch und normativ weitgehend anerkannt, es fehlen bislang aber empirische Studien zu konkreten Maßnahmen, wie diese Kompetenz tatsächlich gefördert werden kann. Letzterem widmet sich die vorliegende Studie. Dazu wird ein Prä-Post-Design mit 104 Lehramtsanwärter:innen herangezogen, die ein dreiteiliges Online-Modul durchliefen. Das Online-Modul basiert auf dem Hamburger Positionalitätsmodell, das zur Auseinandersetzung mit Fragen der Zugehörigkeit, der Authentizität, der Repräsentation und der Dialogoffenheit anregt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einschätzung der Teilnehmenden gegenüber Positionalität einer Lehrperson im Religionsunterricht bereits vor dem Modul weitgehend dem Ideal des RUfa 2.0 entsprach: Sie befürworteten eine transparente, nicht-überwältigende Positionierung der Lehrkraft und lehnten indoktrinierende Ansätze ab. Darüber hinaus veränderte sich die Wahrnehmung dieser Positionalität deutlich: Während vor dem Modul eine dichotome Unterscheidung zwischen dem Zeigen und Vermeiden von Positionalität dominierte, differenzierten die Teilnehmenden danach zwischen sprachlichen, performativen und kritischen Ausdrucksformen. Dies deutet auf ein geschärftes Problembewusstsein und eine reflexivere Haltung hin. Die Studie liefert damit erste empirische Hinweise darauf, dass gezielte Ausbildungsmodule die Positionalitätsfähigkeit fördern können – insbesondere in pluralen Unterrichtssettings wie dem RUfa 2.0.