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Zusammenfassung Bei einem 5-jährigen Mädchen bestanden seit Monaten trockene erythematosquamöse Papeln und Plaques an Armen und Beinen. Seit mehreren Wochen entwickelte sich außerdem am linken Unterschenkel ein großflächiges erosives und nässendes sowie schmerzhaftes Areal. Aus einem Abstrich von der Wundfläche am Unterschenkel ließ sich ein Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) anzüchten. Der MRSA-Stamm war gegen Cotrimoxazol, Clindamycin und Doxycyclin empfindlich. In der Pilzkultur ließ sich der zoophile Dermatophyt Trichophyton (T.) quinckeanum anzüchten. Die Identifizierung beruhte auf morphologischen Kriterien. Eine Bestätigung der Identifizierung erfolgte mittels Polymerase Chain Reaction (PCR) und Sequenzierung der ITS (Internal Transcribed Spacer)-Region-Pilz-DNA. Der Vater und die 15-jährige Schwester waren ebenfalls von der Dermatophytose betroffen. Die wahrscheinliche Infektionsquelle für alle drei von der Dermatomykose Betroffenen war eine Katze, ein Freigänger. Das 5-jährige Mädchen wurde topisch mit Octenidinhydrochlorid 0,1% in Basiscreme behandelt, außerdem antibiotisch mit Cotrimoxazol. Zusätzlich kamen eine Ciclopirox-haltige Creme und Itraconazol 100 mg Kapseln, 1-mal täglich über 4 Wochen, zur Anwendung. Die Schwester und der Vater erhielten Terbinafin zur oralen antimykotischen Therapie. Unter dieser Behandlung heilte die Dermatophytose bei allen drei Patienten folgenlos ab. T. quinckeanum ist ein Emerging Pathogen in Deutschland mit Schwerpunkt des Vorkommens in Mittel- und Ostdeutschland. Der zoophile Dermatophyt wird von Mäusen über Katzen auf den Menschen übertragen. Die oft entzündlichen Dermatomykosen betreffen Kinder und Erwachsene. Bei einer gleichzeitig auftretenden sekundären Infektion durch Bakterien, hier einem MRSA, muss zusätzlich antiseptisch und gegebenenfalls auch antibiotisch behandelt werden.