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Die Sarkopeniespielt in der intensivmedizinisch erworbenen Schwäche (ICUAW) durch Immobilisation und ischämisch-hypoxisch getriggerter Abnahme der Kapillarisierung eine entscheidende Rolle im rehabilitativen Behandlungsverlauf. Klinisch zeigen sich eine Abnahme der Muskelmasse und Muskelkraft, welche durch Verlust der Typ II Muskelfasern, Reduzierung der Satellitenzellen und Kollageneinbau in die Muskulatur bedingt sind. Die Quantifizierung der Sarkopenie stellt die Diagnostik von ICUAW vermittelten Krankheitsbildern, wie critical illness polymyopathie (CIM) und critical illness polyneuropathie (CIP), vor eine Herausforderung. Wir untersuchten einen 66-jährigen Patienten mit ICUAW-bedingter Immobilisationssarkopenie mit der Bestimmung der Rheobase, Chronaxie und Akkommodationsschwelle unter EMG-Kontrolle nach 101 Tagen Intensivbehandlung. In Ruhe lagen die EMG-Werte der Frequenz im Mittel bei 53 Hz, der RMS bei 4,6 μV, die MVC bei 51 μV und das iEMG bei 243 μV*s, was auf eine geringere muskuläre Eigenaktivität hinwies. Die Rheobase lag um 7 μV, die Chronaxie um 12,5 ms und die Akkomodationsschwelle um 7 mA oberhalb der Normwertbereiche. Der Akkomodationsquotient lag um 0,4 unterhalb des Normwertbereiches. Die stimulationsbedingten Muskelpotentiale lagen im Durchschnitt bei einer RMS von 602,5 μV, einer MVC von 2761,2 μV und einem iEMG bei 528,7 μV*S. In der Kombination der ermittelten Werte muss bei einer Immobilisationssarkopenie von einer neuromuskulären Funktionsstörung ausgegangen werden, da neben sicheren Hinweisen einer Muskelatrophie auch Anzeichen neurodegenerativer Funktionsveränderungen ermittelt wurden.