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Zusammenfassung Knorpelregenerative Verfahren sind bei fokalen Gelenkknorpeldefekten ein etabliertes Verfahren, ihr Einsatz bei Arthrose oder entzündlich-rheumatischen Arthritiden ist Gegenstand aktueller Diskussion. Vorgestellt werden Knochenmarkstimulation, matrixaugmentierte Knochenmarkstimulation, autologe Chondrozytentransplantation sowie osteochondrale Transplantation und „minced cartilage“, jeweils mit Indikationen, Limitationen und Ergebnissen. Kausale Begleitfaktoren (z. B. mechanische Achse) sollten konsequent mitbehandelt werden. Für fokale Läsionen gilt: Mikrofrakturierung mit frühem Benefit, aber nachlassender Dauerwirkung; matrixaugmentierte Knochenmarkstimulation mit besseren Ergebnissen als die alleinige Knochemarkstimulation; autologe Chondrozytentransplantation als Standard für größere Defekte (≥ 2 cm 2 ) mit überlegenem Langzeitergebnis gegenüber der Knochenmarkstiumlation; osteochondrale Transplantation für kleine osteochondrale Defekte; „minced cartilage“ mit wachsender, aber noch begrenzter Evidenz. Die S3-LL Gonarthrose und Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie stützen eine zurückhaltende Indikation bei Arthrose. Bei manifester Gonarthrose (Kellgren-Lawrence III–IV) wird von regenerativen Operationen abgeraten; bei Früharthrose kann in ausgewählten Fällen ein Nutzen bestehen. Entzündliche (rheumatoide) Arthritiden gelten als Kontraindikation: Das inflammatorisch-katabole Milieu gefährdet die Regeneration. Bei fortgeschrittener rheumatoider Arthritis bleibt bei hochgradiger Destruktion des Gelenks die Endoprothetik Standard. Eine knorpelregenerative Therapie kann im Einzelfall bei stabiler Kontrolle sowohl der systemischen Erkrankung als auch des zu therapierenden Gelenks sowie bei eindeutig fokaler Symptomkorrelation erwogen werden.