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Zusammenfassung Hintergrund Die Zahl der Rettungsdiensteinsätze und Patientenvorstellungen in der Notaufnahme ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Eine Entscheidung gegen einen Transport in die Notaufnahme ist dabei häufig aufgrund eingeschränkter diagnostischer Möglichkeiten nur schwer zu treffen. Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, wie häufig die Einschätzung des Rettungsdienstpersonals mit der Einschätzung des Notaufnahmearztes übereinstimmt. Methode In einer prospektiven Studie in zwei Maximalversorgern wurden die Transportführer von Rettungswagen befragt, ob ihrer Einschätzung nach die Vorstellung in einer Notaufnahme angezeigt ist. Die Antworten wurden mit der Einschätzung des aufnehmenden Arztes der Notaufnahme sowie mit der Entscheidung über eine stationäre Aufnahme verglichen. Ergebnisse Insgesamt wurden 1063 Fälle im Erhebungszeitraum von März bis August 2024 erfasst. In 19,2 % (200/1041; 95 %-KI 16,9–21,7 %) der Fälle hielt der Rettungsdienst die Vorstellung des Patienten in der Notaufnahme für nicht indiziert. Die Rate der Fehleinschätzungen, verglichen mit der Einschätzung des Notaufnahmearztes, lag dabei bei 48,5 % (97/200). In 55,7 % (54/97) dieser Fälle erfolgte die stationäre Aufnahme und bei 9,3 % (9/97) die Aufnahme auf eine Intensivstation. Schlussfolgerungen Die Notwendigkeit einer Vorstellung in der Notaufnahme wurde durch das Rettungsdienstpersonal bei rund 50 % der Patienten falsch eingeschätzt, wenn diese als ambulant behandelbar eingestuft wurden. Derzeit existieren keine gesicherten Entscheidungskriterien oder Arbeitsanweisungen für das Rettungsdienstpersonal, die eine risikoarme Umallokation von Notfallpatienten in die ambulante Versorgung ermöglichen, und dies wird in der Ausbildung des Rettungsdienstpersonals bisher auch nicht abgebildet.