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Zusammenfassung: Studentisches Engagement (SE) rückt im Hochschulkontext im anglo-amerikanischen Bildungsraum seit den 1990ern verstärkt in den Fokus der Forschung. SE wird als multidimensionales Konstrukt operationalisiert, das emotionale, kognitive und behaviorale Komponenten umfasst. Derzeit präsentiert sich das Forschungsfeld als unübersichtlich und hinsichtlich der Forschungsperspektiven fragmentiert. Systematische Überblicksarbeiten im deutschen Sprachraum fehlen. Das vorliegende Scoping Review analysiert, systematisiert und strukturiert internationale Publikationen. Mit den Keywords „Student Engagement“ und „Higher Education“ wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken EBSCO, Fachportal Pädagogik, ERIC und PSYNDEX durchgeführt, wobei der Zeitraum auf die Jahre ab 2010 bis 2023 eingegrenzt wurde. In das PRISMA-Ablaufschema wurden Fachartikel mit Peer-Review einbezogen, die im Volltext verfügbar sind. 64 Artikel erfüllten die Einschlusskriterien. Die Anzahl der Publikationen je Forschungsperspektive, die methodologischen Zugänge und die regionale Verortung der Publikationen wurden quantitativ ausgewertet. Für die inhaltliche Analyse wurde eine thematische Concept Map von Zepke (2021) als Kodierraster verwendet mit einer Differenzierung in psychologische, psychosoziale, soziokulturelle, sozioökologische und gesellschaftspolitische Perspektiven. In einem weiteren Schritt wurden die Artikel je Kategorie zusammenfassend inhaltsanalytisch ausgewertet. Der Großteil der Forschungsarbeiten (29 Artikel) bezieht sich auf die psychologische Perspektive. 11 Artikel beforschen SE aus einer psychosozialen Perspektive, die institutionelle Strukturen in den Fokus nimmt. Seltener gibt es Bezugnahmen zu einer sozioökologischen und gesellschaftspolitischen Perspektive (jeweils sechs Artikel). Der soziokulturellen Perspektive wurden drei Artikel zugeordnet. Induktiv ergänzt wurde die Kategorie Metaperspektive & Reviews (neun Artikel). Im Beitrag werden diese unterschiedlichen Forschungsperspektiven eingehend diskutiert und kritisch reflektiert. Es zeigt sich, dass die Forschungslandschaft heterogen ist und dass keine einheitliche Konzeptualisierung des Konstrukts SE verwendet wird. Die Forschungsergebnisse werden im Hinblick auf Implikationen für Forschung, Hochschulmanagement und Lehre diskutiert.