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Zusammenfassung Hintergrund Harninkontinenz im High-impact-Sport betrifft bis zu 80 % der weiblichen Sportlerinnen, wird jedoch kaum thematisiert. Die mentale Belastung ist hoch und geht mit einer verminderten Lebensqualität einher. Gezielte Physiotherapie für den Beckenboden kann die Symptome maßgeblich verbessern, dennoch wird diese selten in Anspruch genommen. Diese Studie analysiert die Perspektive betroffener Sportlerinnen, um entsprechende Empfehlungen abzuleiten. Studiendesign Dazu wurde eine qualitative Forschung mit semistrukturierten Interviews durchgeführt. Befragt wurden vier High-impact-Sportlerinnen im Alter von 21 bis 25 Jahren, die von Harnverlust betroffen sind oder waren. Die Daten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse mit einer deduktiv-induktiven Vorgehensweise ausgewertet und personen- und kontextspezifische Narrative konstruiert. Ergebnisse Beckenbodenspezifische Physiotherapie half den Teilnehmerinnen, ihre Symptomatik zu verringern. Die Möglichkeit, die Belastungsinkontinenz mit einer Fachkraft zu besprechen und durch Therapiemaßnahmen unterstützt zu werden, führte zu mehr Optimismus und einem offeneren Umgang mit dem Thema. Der Wissenstand der Teilnehmerinnen zur Belastungsinkontinenz variierte, jedoch wünschten sich alle eine gezielte Aufklärung und Prävention im Sport. Schlussfolgerung Trainer*innen und Sportler*innen sollten von spezialisierten Fachpersonen geschult werden. So können Trainingspläne den Bedürfnissen angepasst und der Umgang mit der Problematik unterstützt werden. Gesellschaftliche Aufklärung und Sensibilisierung über die Problematik ist im Leistungs- und Breitensport wesentlich. Narrative können bei der Edukation und Enttabuisierung der Thematik eine wichtige Rolle spielen, um Erfahrungen, Bedürfnisse und Herausforderungen der Sportlerinnen nachvollziehen zu können und kontextspezifische Einblicke zu bekommen.