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Zusammenfassung Hintergrund und Ziel Die Rahmenbedingungen zur Erbringung und Abrechnung ambulanter Krankenhausleistungen deuten auf ein zusätzliches ambulantes Potenzial in der stationären onkologischen Versorgung hin. Diese Arbeit untersucht, wie viele der stationären krebsbedingten Behandlungsfälle in deutschen Akutkrankenhäusern potenziell ambulant versorgt werden könnten und welche Behandlungsleistungen in diesen Fällen erbracht wurden. Material und Methoden Analysiert wurden bundesweite Krankenhausabrechnungsdaten der Diagnosis Related Groups(DRG)-Statistik von 2017 bis 2023. Eingeschlossen wurden stationäre Behandlungsfälle von Erwachsenen mit Hauptdiagnose einer bösartigen oder In-situ-Neubildung. Potenziell ambulant erbringbare Fälle wurden mit dem Algorithmus des IGES-Instituts identifiziert und nach Krebs- sowie Versorgungsart stratifiziert. Ergebnisse Die Anzahl potenziell ambulant erbringbarer Behandlungsfälle sank von 315.530 (21,0 % der krebsbedingten stationären Behandlungen) im Jahr 2017 auf 237.566 (16,5 %) im Jahr 2023. Die höchsten absoluten Fallzahlen zeigten sich bei Tumoren der Luftröhre, Lunge und Bronchien (2023: 41.311). Bezogen auf die Versorgungsart fanden sich bei ausschließlich diagnostischen Maßnahmen (2023: 95.372) sowie kleineren operativen Eingriffen (2023: 69.381) die höchsten Zahlen. Diskussion Obwohl das ambulante Potenzial in den letzten Jahren zurückging, verblieb im Jahr 2023 eine relevante Anzahl stationärer krebsbedingter Behandlungen, die potenziell ambulant erbringbar waren. Eine Optimierung der Rahmenbedingungen für die ambulante onkologische Versorgung könnte dazu beitragen, solche Leistungen im Sinne der Versorgungsqualität, eines effizienten Ressourceneinsatzes und unter Berücksichtigung der Präferenzen der Patient*innen vermehrt ambulant durchzuführen.