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Zusammenfassung Die politische Bedeutung und Regulierung von Daten hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen; zugleich kam im politischen Diskurs die Rede von „Datenpolitik“ auf. Dieses systematische Literature Review befasst sich mit dem Begriff der „Datenpolitik“, seinen Verwendungskontexten und seiner Genese in der vornehmlich deutschen akademischen Literatur. Ausgehend von einer Arbeitsdefinition von „Datenpolitik“, die als Kriterium der Suchstrategie fungiert, haben wir systematisch alle deutschsprachigen Publikationen gesichtet, die sich mit Datenpolitik befassen oder sie erwähnen. Die eingeschlossenen Publikationen wurden auf vier semantischen Feldern kartiert. Die Felder sind der Diskurs über Datenpolitik als Politikfeld, „Datenpolitik“ im Kontext der Datensouveränität, das Themenfeld Datenteilen sowie Big und Open Data; und schließlich die Europäische Datenpolitik und Data Governance. Im Ergebnis konnte eine erhebliche semantische Unschärfe in vielen der genannten Felder festgestellt sowie einige Desiderate herausgearbeitet werden. Beispielsweise ist das Verhältnis der Konzepte der Daten‑, Digital‑, Netz- und auch KI-Politik nicht abschließend geklärt und es ist hinsichtlich technologischer Innovationen und institutioneller Verschiebungen neu zu bewerten. Insgesamt ergibt sich für das Feld eine durch Innovationen und neue Regulierungen katalysierte Dynamik, die wissenschaftlich von semantischer Vagheit geprägt ist und weiterführender – auch empirischer – Untersuchungen und konzeptioneller Schärfung bedarf.