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Als Werkzeuge kollektiven Handelns sind Organisationen keine natürlichen Phänomene. Sie sind künstliche Gebilde, deren Existenz und Fortbestand nicht selbstverständlich, sondern immer problematisch und bedroht sind, und zwar in dreierlei Hinsicht. Erstens durch die im Sinne von Herbert Simon begrenzte Rationalität des Verhaltens aller ihrer Mitglieder, die außerstande sind, sich an einer allumfassenden Rationalität auszurichten, und statt dessen lokale, ihrem Wissens- und Bewußtseinsstand angemessene Handlungslogiken entwickeln und damit die Organisationseinheit fragmentieren. Zweitens durch die immer begrenzte Interdependenz der Organisationsmitglieder, die nicht nur über einen eigenen Freiraum verfügen, sondern diesen auch soweit möglich zu verteidigen und auszuweiten versuchen und damit die Organisationszusammenhänge laufend untergraben. Drittens durch die auch immer begrenzte Legitimität der Organisationsziele, deren normative Integrationskraft durch die Entwicklung von lokalen, durch die Organisationsmitglieder in der Verfolgung ihrer eigenen Interessen entwickelten Ziele und Wertsetzungen immer wieder geschwächt und in Frage gestellt wird.